Teamwork
Parameterübergabe zwischen Basic und Assembler
 
Bei  jeder guten Basic-Erweiterung ist es  notwendig,  Parameter 
zwischen    Basic-  und  Assemblerprogramm  zu   übergeben.  Die 
"Lösung" über POKE und PEEK ist  dabei  viel  zu  unkomfortabel. 
Besser ist es,  die gleichen Routinen wie der C  128-Interpreter 
zu verwenden.  


Die  Routinen zur  Parameterübergabe lesen jeweils den  nächsten 
Wert  aus dem Basic-Text und stellen ihn  dem  Assemblerprogramm 
zur  Verfügung. Dabei ist es im allgemeinen unerheblich,  ob  es 
sich  um eine Konstante oder eine Variable handelt.  Werden  die 
erlaubten  Grenzen  überschritten, so  erhält man einen "ILLEGAL 
QUANTITY  ERROR",  bei einem falschen Variablentyp  ergibt  sich 
ein "TYPE MISMATCH ERROR".  
Die  Adresse  des  nächsten  zu lesenden Zeichens steht  in  der 
Zeropage   in   den  Speicherstellen  $3D/$3E   und   wird   vom 
Betriebssystem  verwaltet.   Für  spezielle  Effekte(Sprünge  im 
Basic-Programm,  Auswertung  von Funktionen,  ...) kann man  sie 
jedoch auch von Hand manipulieren.  
Will man die Unterprogramme  im  Zusammenhang  mit  SYS-Befehlen 
benutzen, muß man daran denken, daß dabei(im Gegensatz zum C 64) 
die ersten vier Parameter nach der  Startadresse als  Byte-Werte 
in die Prozessorregister  übertragen werden und erst danach  die 
Kontrolle auf das Assemblerprogramm übergeht. Dies gilt auch für 
das      Beispielprogramm      "DISKNAME.OBJ"      auf       der 
Heftdiskette(Quelltext  "DISKNAME.SRC" im  Hypra-Ass-Format bzw. 
als    ASCII-Datei   "DISKNAME.TXT").   Nach   dem   Laden   mit 
BLOAD"DISKNAME.OBJ" wird es mit 
 
    BANK 15:SYS 4864,,,,,GA,A$  
  
gestartet  und übergibt den Namen der Disk in Laufwerk GA an den 
String  A$.  Die  fünf  Kommata sind genau aus dem obigen  Grund 
erforderlich.  
Weitere Beispiele für die  Anwendung der Routinen finden sich im 
Programm "VDC-POKE" des letzten Teils.  
 
  
CHRGOT($0386):  
  
Liest  das aktuelle Zeichen aus dem Basic-Text und stellt es  im 
Akku zur Verfügung.  
  
CHRGET($0380):  
  
Liest  das nächste Zeichen, indem  zuerst der Zeiger in  $3D/$3E 
um eins erhöht und dann CHRGOT aufgerufen wird.  
  
CHKCHR($795E):  
  
Testet,  ob  im  Basic-Programm  das im  Akku  stehende  Zeichen 
folgt.   Ist  dies  nicht  der  Fall,  so  wird  "SYNTAX  ERROR" 
ausgegeben.  
  
CHKCOM($795C):  
  
Prüft, ob ein Komma folgt.  
  
CHKBRA($7959):  
  
Wie CHKCOM, aber für "(" statt Komma.  
  
CHKKET($7956):  
  
Entsprechend den vorherigen Routinen für ")".  
  
ERROR($4D3C):  
  
Bricht   das   Programm  mit   einer   Fehlermeldung   ab.   Die 
Fehlernummer(s.  Kapitel  8.1  im  C 128-Handbuch)  wird  im  X- 
Register übergeben.  Die wichtigsten Meldungen lassen sich  auch 
direkt über die folgenden Einsprünge ausgeben.  
  
SYNTAX($796C):  
  
Beendet das Programm mit "SYNTAX ERROR".  
  
ILLEGAL($7D28):  
  
Gibt "ILLEGAL QUANTITY ERROR" aus.  
  
MISMATCH($77E7):  
  
Analog für "TYPE MISMATCH EROOR".  
  
SUBSCRIPT($7D25):  
  
Das Gleiche für "BAD SUBSCRIPT ERROR".  
  
GETBYTE($87F4):  
  
Übergibt einen Byte-Wert(0-255) im X-Register.  
  
GETCOM($8809):  
  
Prüft zuerst auf ein Komma und ruft dann GETBYTE auf.  
  
GETADR($8812):  
  
Liest  einen  16-Bit-Wert(0-65535) ein.  Das Ergebnis erhält man 
in Y/A, $16/$17 und $66/$67.  
  
ADRCOM($880F):  
  
Hierbei  handelt  es  sich um eine Kombination  aus  CHKCOM  und 
GETADR.  
  
GETPAR($8803):  
  
Überträgt  zuerst  eine 16-Bit-Zahl nach $16/$17, prüft dann auf 
ein  Komma und  ruft anschließend GETBYTE auf.  Dies  entspricht 
der Parameterübergabe beim POKE-Befehl.  
  
FRMEVL($AF96):  
  
Liest einen beliebigen Wert aus dem Basic-Text. Handelt es  sich 
dabei  um  eine  Zahl,  so  wird  sie  im  FLPT-Format  im   FAC 
gespeichert, die Adresse $0F erhält den Wert 0, und in $10 steht 
entweder eine Null für Fließkommawerte oder $80 für Integer. Ist 
es jedoch ein String, dann wird dies durch das Byte $FF  in  $0F 
gekennzeichnet   und   in   $66/$67   ein   Zeiger    auf    den 
Stringdescriptor, der sich in Bank  1  befindet,  abgelegt.  Der 
Descriptor besteht aus drei Bytes, von denen das erste die Länge 
und die beiden folgenden die Adresse des Stringtextes enthalten. 
Bei einer Stringkonstanten befinden sie sich immer ab $1B in der 
Zeropage(also Länge in $1B,  Adresse in $1C/$1D).  Für eine noch 
nicht    angelegte    Stringvariable    wird    hingegen     das 
Descriptor-Highbyte  in  $67  auf  $03,   d.  h.  außerhalb  des 
Variablenbereichs(beginnt bei $0400 in Bank 1), gesetzt.  
  
NUMTEST($77DA):  
  
Überprüft, ob in  $0F eine Null steht,  also  ob  es  sich  beim 
letzen  Parameter um eine Zahl handelte.  Falls dies  nicht  der 
Fall ist, erfolgt ein "TYPE MISMATCH ERROR".  
  
STRTEST($77DD):  
  
Hier wird die Speicherstelle $0F auf $FF,  d.  h.  auf den  Wert 
für Strings, getestet.  
  
FRMNUM($77D7):  
  
Die  nächste Zahl  wird  als Fließkommawert im FAC zur Verfügung 
gestellt. FRMNUM ist eine Kombination aus FRMEVL und NUMTEST.  
  
GETPOS($7AAF):  
  
Ermittelt  die Adresse einer Variable und setzt  die  Typangaben 
in  $0F/$10  analog zu FRMEVL.  Falls die  Variable  noch  nicht 
existiert,  wird  sie  zuerst angelegt.  In  $61/$62  erhält man 
einen Zeiger auf den Variablenkopf,  in $49/$4A auf den -inhalt. 
Bei  einfachen Variablen beginnt der Kopf immer zwei  Bytes  vor 
dem Inhalt und besteht nur aus dem Namen.  Bei Feldern  hingegen 
erlaubt  $61/$62 den Zugriff auf den Array-Header,  der  daneben 
noch  Informationen  über  die Dimensionierung  enthält, während 
$49/$4A  auf das jeweilige Array-Element zeigt.  Zudem  wird  in 
$66/$67 der Index des Elementes zur Verfügung gestellt.  
Achtung:  Nach Ende von GETPOS wird unterhalb $4000 Speicherbank 
1  aktiviert(ab $4000 ROM),  so  daß beim Aufruf der Routine von 
Bank  0  aus  immer JSRFAR benutzt werden muß, selbst  wenn  das 
Basic-ROM eingeschaltet ist!  
Durch   die   Möglichkeit,   mit    beliebigen    Variablentypen 
einschließlich Feldern zu arbeiten und dabei nicht  nur  lesend, 
sondern  auch  schreibend  auf  die  Inhalte  zuzugreifen,  kann 
GETPOS sehr flexibel angewendet werden.  
  
STRRES($9299):  
  
Reserviert  am Beginn des Stringbereichs die im Akku  übergebene 
Byteanzahl.   Reicht  der  Speicherplatz  nicht  aus,  wird  das 
Programm mit einem "OUT OF MEMORY ERROR" abgebrochen.  Ansonsten 
kann  man  ab  der  in  $35/$36  angegebenen  Adresse  den  Text 
abspeichern.  STRRES  wird  meist  im  Zusammenhang  mit  GETPOS 
benutzt,  um  einem String einen neuen Inhalt  zuzuweisen.  Dazu 
muß man  die  Startadresse  aus  $35/$36 und  die  Länge in  den 
Descriptor der Variable kopieren.  
Achtung:   Auch  hier  wird  wieder  nach  dem  Aufruf   Bank  1 
unterhalb $4000 eingeschaltet!  Bzgl.  der JSRFAR-Benutzung gilt 
also das Gleiche wie bei GETPOS.  
 
  
Thomas Klein

Dateien:  
  
DISKNAME.SRC:  Quelltext des Bsp.-Programms im Hypra-Ass-Format  
DISKNAME.TXT:  formatierter Quelltext als ASCII-File  
DISKNAME.OBJ:  assembliertes Beispielprogramm  

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